Ereignisreich war der Bundeskongress der Jusos für den rheinland-pfälzischen Landesverband vom 25.11-27.11. in Dresden. Das gesamte Wochenende beriet man über verschiedene politische Themen, wie Arbeit oder Bildung.
it einem Antrag zur Steuersenkung bei Hygieneartikeln für menstruierende Personen wurde auch ein Antrag der Jusos RLP mit einer großen Mehrheit aus dem Bundesverband angenommen.sanitary-napkin-295139_640
Thematisch befasst er sich mit der Senkung der Mehrwertsteuer bei Tampons, Binden, o.Ä., wie es bei anderen notwendigen Produkten bereits heute einen ermäßigten Steuersatz gibt. Warum sollten nun also Hygieneartikel, die eindeutig zu Gütern des täglichen Gebrauches – für einen großen Teil der Gesellschaft – zählen, anders sein?

Die Jusos Rheinland-Pfalz freuen sich sehr über die Annahme dieses Antrages – doch ein Blick in die sozialen Medien zeigt, dass hinter diesem Antrag weitaus mehr steht. Jede Person die menstruiert weiß, dass die Periode auch in westlichen Ländern stark stigmatisiert wird. Das bedeutet: Man redet ungern darüber, will nichts davon in den Medien sehen – ein beschämtes Lachen beim Wort „Menstruation“ ist eine angenehmere Auseinandersetzung mit dem Thema als eine konstruktive Debatte. tampon-495739_640
Deswegen war es auch bei diesem Thema, wie bei vielen anderen progressiven, linken Themen zu folgender Situation: eine Welle von hämischen und ausfallenden Kommentaren zu diesem Antrag entbrannte auf den Social-Media-Kanälen der Jusos Rheinland-Pfalz. Es ist kein Geheimnis, dass feministische Themen gerade auf einer Plattform wie Facebook als Zündstoff für inhaltslose Beleidigungen funktionieren können.

Es ist beschämend, dass sich Jugendliche engagieren, um das Leben miteinander sozial gerechter zu gestalten, und dann für eben diesen Aktionismus torpediert werden – mehrheitlich natürlich aus dem Teil der Gesellschaft, der nicht direkt von dem erwähnten Thema betroffen ist: Männer. Es zeigt sich immer wieder, dass privilegierte Gruppen (sei es finanziell, gesellschaftlich, oder anderer Art) besonders dann mit Wut auf Themen reagieren, wenn es thematisch in erster Linie nicht um sie geht.
Sollte man daher auf polarisierende Themen verzichten und eine politische Arbeit betreiben, die möglichst wenig aneckt? Die Jusos Rheinland-Pfalz sagen deutlich: Nein! Wir stehen hinter unseren linken Ansichten und werden auch weiterhin für diese eintreten und kämpfen, sei es auf Bundes- oder Landesebene. Daran werden unsachliche Plattitüden im Internet nichts ändern! Feminismus ist kein Thema, das in seiner Grundidee populär oder „leicht zu verkaufen“ sein soll. Die Hauptaufgabe des Feminismus‘ ist es, festgefahrene soziale und politische Strukturen zu attackieren und zu ändern, an denen natürlich viele Menschen festhalten wollen – und zwar die Menschen, die davon bisher profitieren. Würden wir nur die Schritte gehen, die für alle angenehm sind, würden wir nichts verändern.