Internationales Fußballturnier der Jusos Rheinschiene ein toller Erfolg für alle Beteiligten

Linz am Rhein. 16.01.2016, 14:30 Uhr, Anpfiff. Endlich war es soweit; der Ball rollte in der Mehrzweckhalle am Miesgesweg in Linz und insgesamt zwölf Mannschaften, bestehend aus jeweils sechs bis sieben Spielern, kämpften um den Einzug in das Finale des Internationalen Fußballturnieres für Flüchtlinge und Einheimische.

Rund 70 Spielerinnen und Spieler aus den umliegenden Verbandsgemeinden Unkel, Linz und Bad Hönningen, davon mehr als die Hälfte Flüchtlinge aus Syrien, dem Irak, Albanien oder Afghanistan, folgten dem Aufruf zur Turnierteilnahme, um ein Zeichen der Toleranz zu setzen und etwaige Kontaktängste der Bevölkerung mit unseren Neuankömmlingen abzubauen. „Organisiert haben wir Jusos dieses Turnier, um in Zeiten ausufernden rechten Hasses ein klares Zeichen für eine tolerante, freie und solidarische Gesellschaft zu setzen. Die viel beschworenen Ängste und Sorgen nehmen wir ernst, indem wir heute die Möglichkeit dazu geben, mit den Leuten die zu uns kommen, in Kontakt zu treten und im Rahmen einer sportlichen Veranstaltung miteinander ins Gespräch zu kommen“, führt etwa Martin Diedenhofen aus, der während des Turnieres für die Turnierleitung zuständig war. Ebenso sieht es Stephan Ehrenberg, ebenfalls ein Juso und Mitglied im Stadtrat von Linz, der in dem Turnier nicht nur eine gemeinsame sportliche Veranstaltung, sondern auch eine Aktion „gegen Stimmungsmache und Hetze gegen Flüchtlinge“ sah, wie sie gegenwärtig etwa durch Bündnisse wie PEGIDA oder auch Parteien wie der AfD betrieben wird und somit die Ängste der Bevölkerung nicht nur bündelt, sondern zudem neuen Antrieb gibt.

Mit dieser Zielrichtung startete man in das Turnier, das mit gut 60 Zuschauerinnen und Zuschauern gut besucht war. Darunter auch geladene Ehrengäste wie der Stadtbürgermeister von Linz, Herr Dr. Faust, oder die diesjährige Landtagskandidatin für Rheinland-Pfalz Birgit Haas, die es sich nicht nehmen ließ, zeitweise selbst als Schiedsrichterin zu agieren und das Turnier somit tatkräftig unterstützte.

Nachdem das Turnier zu Beginn der Veranstaltung erst verzögert starten konnte, da es aufgrund des schlechten Wetters vermehrt zu Absagen kam und die Mannschaften folglich neu zusammengestellt und der Spielplan umgestellt werden musste, lief es von diesem Zeitpunkt an reibungslos, was vor allem den vielen freiwilligen Helferinnen und Helfern und örtlichen Sponsoren geschuldet war. Diese stellten nicht nur durch großzügige Sachspenden eine kostenlose Verpflegung aller Besucher sicher, sondern machten auch in der Funktion als Ordner, Schiedsrichter oder Helfer eine gute Figur und hatten sichtlich Freude an dem Turnier und dem Umgang mit den daran beteiligten jugendlichen und erwachsenen Flüchtlingen und Einheimischen. So auch Nina Thyssen, die neben der Erstellung des Spielplans und der Zuteilung der Spieler zu ihren Teams insbesondere mit der Betreuung der Essenstheke betraut war. „Als das erste Spiel gestartet war, lief es dann ja auch, gerade die Kleiderspenden sind bei den Flüchtlingen super angekommen, es war wirklich faszinierend, wie schnell die Schuhe weg waren“, so die 19-jährige Studentin sichtlich zufrieden.

In dem anschließend gut vierstündigen Turnierverlauf zeigten die bunt zusammengemischten Teams, wie gut sie miteinander harmonierten und zwar nicht nur auf, sondern auch neben dem Platz. Einmal mehr bewies sich hier die allseits bekannte Weisheit, dass Fußball als internationale Sprache alle verbindet. So ging es auf den beiden Spielfeldern, „Plantage 1“ und „Plantage 2“ in Anlehnung an die Teams, die nach Obst und Früchten benannt waren, hoch her und alle Spieler bewiesen großen Ehrgeiz, so lange wie möglich im Turnier mitspielen zu können. Obwohl der Einsatz merklich heftiger wurde, je näher man den entscheidenden K.O.-Spielen kam, stand dabei während der gesamten Veranstaltung jedoch der Spaß im Vordergrund.

Letztlich waren es dann die „Zitronen“, die in einem hochklassigen Endspiel das Team um die „Kirschen“ bezwingen und somit den Turniersieg feiern konnten.

Nach Ende des offiziellen Teils nutzten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dann noch einmal die Gelegenheit sich mit Würstchen, belegten Brötchen, Kuchen und Snacks zu versorgen und miteinander ins Gespräch zu kommen, um den zwar anstrengenden, aber tollen gemeinsamen Tag Revue passieren zu lassen und sich von den Strapazen zu erholen.

Insgesamt bleibt festzuhalten, dass das Turnier in jeder Hinsicht ein voller Erfolg für alle Beteiligten war, sowohl Spieler als auch Zuschauer traten zufrieden die Heimreise an und auch die Jusos als Ausrichter der Turnieres konnten stolz auf ihre Leistung sein, die ihre erste große gemeinsame Aktion als Gruppe darstellte. „Ich bin wirklich froh, dass alles so gut funktioniert hat“, so Florian Kluwig, der nicht nur bei den Jusos, sondern auch im SPD-Ortsverein von Rheinbrohl tätig ist und fügt scherzend hinzu auch erleichtert zu sein, „dass kein Spieler sauer wurde, obwohl die Zitronen gewonnen haben.“

Dazu gab es auch von Zuschauern und anderen Verantwortlichen Chapeau für eine tolle Veranstaltung. Am meisten berührte aber wohl das Feedback eines Flüchtlings, der seinen Gefühlen im Anschluss an das Turnier Ausdruck verlieh: „I am very happy. Thank you to all young German and thank you to the city of Linz.“

Mit dieser Rückmeldung fand das Turnier wohl den bestmöglichsten Abschluss, den es haben konnte und man darf sich auf weitere gemeinsame Aktivitäten und Veranstaltungen freuen.