22 Prozent: So viel verdienen Frauen in Deutschland weniger als ihre männlichen Kollegen. In Deutschland wird seit 2008 jedes Jahr der equal pay day veranstaltet. Dieses Jahr findet er am 20.03.2015 statt und markiert den Tag, bis zu dem Frauen ab Jahresbeginn aufgrund ungleicher Bezahlung „umsonst arbeiten“. Auch die Jusos Rheinland-Pfalz und die Arbeitsgemeinschaft der Frauen in der SPD (ASF) Rheinland-Pfalz unterstützen diesen Aktionstag. Das Ziel des equal pay days ist es, die Debatte über Entgeltunterschiede zwischen Männern und Frauen in Deutschland an die Öffentlichkeit zu tragen. Wir wollen gemeinsam ein Bewusstsein für die Problematik schaffen und mobilisieren, sodass sich die Lohnschere schließt. In diesem Jahr findet er unter dem Schwerpunkt „Transparenz“ statt.

Aktuell gehört die geschlechtsspezifische Entgeltungleichheit zu den gravierendsten Benachteiligungen von Frauen im Erwerbsleben. Eine der strukturellen Ursachen für diese gravierenden Lohnunterschiede ist, dass Frauen heute immer noch häufig im Niedriglohnsektor arbeiten, in Berufen, die ein geringes gesellschaftliches Ansehen haben, geringe Entlohnung aufweisen und wenig Aufstiegsmöglichkeiten bieten. Frauen findet man selten in den Chefetagen der Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Das rheinland-pfälzische Kabinett bildet dabei eine tolle Ausnahme. Zudem sind es oft Frauen, die zur Erziehung oder Pflege ihre Erwerbstätigkeit vermindern und so Einbußen bei der Lohn- und Einkommensentwicklung hinnehmen müssen. Ein Großteil der Frauen hat den Wunsch mehr zu arbeiten und viele Paare möchten sich ihre Erziehungszeit partnerschaftlich teilen. Doch um dies zu ermöglichen, müssen die gesetzlichen Rahmenbedingungen verbessert werden.

Die Einführung der Frauenquote von 30 Prozent in den Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen ab 2016 ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Doch auch kleine und mittelständische Unternehmen müssen konsequenter zur Frauenförderung aufgefordert werden. Um die höhere Arbeitszeit von Frauen zu ermöglichen und den Wiedereinstieg in den Beruf zu erleichtern, bedarf es eines weiteren Ausbaus der Kinderbetreuungsangebote. Zudem muss die Diskussion um die von Manuela Schwesig vorgeschlagene Familienarbeitszeit konsequent weitergeführt werden.

„Erst wenn diese Forderungen erfüllt sind, und wenn sogenannte “Frauenberufe” besser und damit gerecht entlohnt werden, lässt sich die Entgeltlücke schließen und Altersarmut verhindern.“ erklärt Anke Schneider-Hüsch, Vorsitzende der ASF Rheinland-Pfalz.

Jaqueline Rauschkolb, MdL, Landesvorsitzende der Jusos Rheinland-Pfalz fügt an „Wir brauchen ein Entgeltgleichheitsgesetz, dass nicht erst ab 500 Arbeitnehmer*innen greift. Zudem müssen Entgeltstrukturen offengelegt und Maßnahmen gegen die Entgeltdiskriminierung von Frauen ergriffen werden.“ Nur wenn Frauen und Männer gleichermaßen wissen, was innerhalb ihres Unternehmens oder ihrer Branche in vergleichbarer Position verdient wird, können sie die eigenen Gehaltsforderungen überzeugend vertreten und ihren Rechtsanspruch auf eine gerechte Bezahlung gegebenenfalls in letzter Instanz gerichtlich durchsetzen.

Foto: SPD-Bundestagsfraktion